Der Präsident des Verbands für Ferienvermietung auf Ibiza und Formentera (AVAT), José Antonio Llano, hält lizenzierte Ferienhäuser für „einen wichtigen Hebel“, um den Familientourismus auf die Insel zurückzubringen. Das sagte er gegenüber La Voz de Ibiza im Vorfeld des XII. Kongresses der Ferienhäuser (Congress of Holiday Tourist Homes) des Verbands. Er findet am Dienstag, 27. Oktober, im Hotel Torre del Mar in Platja d'en Bossa statt.
Llano zufolge verschiebt sich das Tourismusmodell Ibizas hin zu Luxus- und Freizeitgästen. Es kämen weniger Familien, die traditionell länger blieben. Er führt das auch darauf zurück, dass ein Teil der Hotels in Adults-only-Häuser oder in höhere Kategorien umgewandelt wird. Das verkleinere nach seiner Einschätzung die Auswahl für Familien aus der Mittelschicht. Die verschiedenen Segmente hält er für miteinander vereinbar. Sorgen macht ihm jedoch, dass die Aufenthalte kürzer werden und Betriebe in Gegenden leiden, die von Familiengästen lebten.
Die Saison 2026 beschreibt er als gut und ähnlich wie 2025, mit vielen kurzfristigen Buchungen und mehr Preisverhandlungen. Ferienhäuser seien seiner Ansicht nach etwas weniger anfällig für Veränderungen im Gästeprofil. Zudem müssten sie nicht mit Hotels konkurrieren, betont er.
Das PIAT und nicht lizenzierte Häuser
Auf dem Kongress soll auch der Plan de Intervención en Ámbitos Turísticos (PIAT) zur Sprache kommen, das Planungsdokument des Consell d'Eivissa für den Tourismus, das noch ausgearbeitet wird. Llano sagte, AVAT sei in der Anfangsphase angehört worden, werde aber seit einiger Zeit nicht mehr konsultiert und wisse nicht, wie die Arbeiten vorankommen.
Der Verband fordert, dass der Plan bestimmten bereits gebauten Einzelhäusern einen rechtlichen Weg eröffnet, ohne die Zahl der touristischen Plätze stark zu erhöhen. Einige dieser Immobilien würden nach seiner Darstellung schon jetzt ohne Genehmigung betrieben und könnten innerhalb der Grenzen des Territoriums in ein geregeltes und überwachtes Angebot aufgenommen werden. AVAT schätzt außerdem, dass 15 % bis 20 % der Häuser mit Tourismuslizenz nicht vermarktet werden. Als Gründe nennt der Verband Verkäufe, den Wechsel in den Wohnungsmarkt und Eigentümer, die die Tätigkeit wegen des aus seiner Sicht wachsenden regulatorischen Drucks aufgeben.
Was das bedeutet
Für Eigentümer einer lizenzierten Villa wird das Familiensegment als Chance genannt. Gäste wie Mehrgenerationengruppen und längere Aufenthalte verdienen daher bei Präsentation und Preisgestaltung möglicherweise mehr Aufmerksamkeit. Der Hinweis auf späte Buchungen und Preisverhandlungen legt außerdem nahe, dass Flexibilität bei den Preisen in der nächsten Saison wichtig sein könnte.
Wer eine Immobilie mit Lizenz kauft oder hält, sollte das PIAT im Blick behalten, denn es wird mitbestimmen, wie das touristische Angebot organisiert wird. Der Bericht sagt nichts darüber, was darin stehen wird. Die Zahlen zu nicht vermarkteten Lizenzen sind eigene Schätzungen des Verbands.
Hintergrund
AVAT hatte den Verlust des Familientourismus bereits auf seinem Kongress 2025 angesprochen und auf teurere Urlaube und kürzere Aufenthalte verwiesen. Ihn zu verringern gilt heute als Priorität für die Institutionen und für einen Teil der Wirtschaft.
Häufige Fragen
Was fordert AVAT vom PIAT?
AVAT fordert, dass der Plan bestimmten bereits gebauten Einzelhäusern rechtlichen Spielraum gibt, ohne die Zahl der touristischen Plätze stark zu erhöhen.
Wie viele lizenzierte Häuser werden nicht vermarktet?
AVAT schätzt, dass zwischen 15 % und 20 % der Häuser mit Tourismuslizenz nicht vermarktet werden.
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